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Bella - Elf Hunde in Not

Eigentlich war dieser Tag ein ganz normaler Tag. Aber der Abend hatte es in sich! Gegen 21 Uhr klingelte das Telefon. Vom Projekt Tiermißhandlungen war Dirk B. am Telefon:

Die gefundenen Welpen Ich war gerade mit einem Nachbarn von mir in einer sehr verwahrlosten Wohnung. Ich fand eine Schnauzer-Mix-Hündin mit ihren Welpen vor. Wir haben die ganze Familie mitgenommen. Die Welpen kamen wahrscheinlich am 10.10. zur Welt. Hast Du eine Pflegestelle?"
"Kannst Du die Familie bis Morgen bei Dir behalten?"
"Nein, Du weißt doch, daß wir beide arbeiten und der Platz ist auch nicht vorhanden. Außerdem muß der Hund hier aus der Gegend heraus."
"Gut, ich werde mich um eine Pflegestelle bemühen. Ich melde mich bei Dir."

Mir wurde sofort klar, daß es um die Uhrzeit fast aussichtslos war, einen Hund unterzubringen - und noch aussichtsloser erschien mir die Unterbringung von elf Hunden!

Die gefundenen WelpenTrotzdem ging ich die freien, die Not- und die Urlaubspflegestellen durch. Ich führte verschiedene Telefonate und bekam eine Absage nach der anderen. Meine Hoffnung begann zu sinken.
Vor Monaten hatten wir in einer Anzeige Pflegestellen für trächtige Hündinnen oder Welpen gesucht. Anläßlich dieser Aktion meldete sich Herr Lothar H. bei uns und stellte sich zur Verfügung. Meine letzte Hoffnung war diese Pflegestelle.
Kaum zu glauben, aber mein Anruf bei ihm war positiv. Er erklärte sich sofort bereit, die ganze Familie zu beherbergen. Wir könnten sie auch noch heute bei ihm vorbeibringen. Er würde sofort die Heizung in der Wurfkiste anstellen und weitere Vorbereitungen treffen.
Mir fielen Steine vom Herzen. Sofort rief ich bei Dirk an. Er war ebenso begeistert wie ich über diese spontane Bereitschaft der Pflegestelle. Er berichtete mir, daß eins der Welpen einen recht geschwächten Eindruck machte. Da ich noch mit Welpenmilch ausgerüstet war, verabredeten wir, daß die Familie noch kurz bei mir vorbeikommt. Außerdem sollte die Pflegestelle gleich mit Futter für die Hündin eingerichtet werden. Gesagt - getan.
Ich wartete schon vor der Tür, als die kleine Familie angefahren kam. Die Mutter ist ein nettes Mädel. Ihr war anzusehen, daß sie es nicht gut hatte. Das Fell hatte seit Monaten keine Pflege bekommen. Mir wurde berichtet, daß sie mißhandelt und geschlagen wurde. So sah Bella auch aus. Die Welpen lagen in einer Kiste und kuschelten sich aneinander. Eine süße Mischung von schwarz bis hellbraun. Bunte Füße und Köpfe lagen durcheinander. Ein Anblick, der mich sehr berührte. Ich war ganz begeistert darüber, daß Dirk und sein Freund sowohl der Hündin als auch diesen süßen kleinen Nasen das Leben gerettet hatte. Es wurde Futter eingeladen. Währenddessen fraß Bella eine gute Portion Trockenfutter, obwohl sie schon von Irena und Dirk gefüttert worden war. Hundemütter sind immer hungrig und diese ganz besonders. Die Hündin wurde noch mit Wasser versorgt, bevor die Reise weiter ging. Ich verabschiedete mich mit Freude von der Familie und den beiden engagierten Menschen, die noch eine lange Nacht vor sich hatten.

Die gefundenen WelpenAm nächsten Morgen rief mich Lothar H. an. Die Familie ist gut bei ihm angekommen. Er hat die Hündin in einem Zwinger untergebracht und die Kleinen liegen in der beheizten Wurfkiste. Bella läßt ihn nicht an sich heran, aber er sorgt sich nicht. Es wird schon werden. Schließlich muß die Hündin sich an die neue Umgebung und die neuen Menschen gewöhnen. Zufütterung sei deshalb im Moment nicht möglich. Wir besprachen noch die tierärztliche Betreuung der Tiere und andere Details. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl nach diesem Telefonat. Für mich hat die Hündin genau den richtigen Platz gefunden. Im Zwinger hat sie Ruhe, wird nicht bedrängt und kann sich der Aufzucht der Welpen widmen. In der Pflegefamilie befinden sich noch zwei Rotti-Hündinnen und ein Rüde. So hat Bella Hundegesellschaft.
Für einen mißhandelten Hund sind andere Hunde die beste Therapie.
Die Tiere werden langsam aneinander gewöhnt und Bella sieht, wie die anderen Hunde mit dem Menschen umgehen. Inzwischen freut sich die Hündin über Lothar H., läßt sich gern streicheln und auch das Bürsten ist ihm schon gelungen. Er darf in den Zwinger und die Welpen anfassen. Die Damen und der Herr der Rasse Rottweiler sehen die Gäste mit gemischten Gefühlen an. Die Damen eher etwas eifersüchtig, während der Herr den Besuch freundlich beschnüffelt. Dirk und sein Freund haben Bella bereits besucht und stellten mit Freude fest, daß das Mädel zugelegt hat und Wohlbehagen ausstrahlt. Die Welpen sind alle wohlauf und auch das schmächtige Tier hat sich gut entwickelt.

 
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